|
Nun gibt es aber im Internet durchaus Projekte an denen jeder mitarbeiten kann und an denen die Mitarbeit lohnt. Mehr noch, an diesen Projekten kann man auch eine fächer- und jahrgangsübergreifende Zusammenarbeit erproben. Die Ergebnisse sind weltweit sichtbar. Und sie sind, sofern das Projekt eine gewisse Größe erreicht, auch nicht nur die n'te Homepage irgendeiner Schule, sondern etwas dauerhaftes, das weitergepflegt wird, evtl. sogar von den Schülern, wenn sie die Schule längst verlassen haben.
Noch schöner, die erforderlichen technischen Kenntnisse zur Mitarbeit sind in deutlich weniger als einer Schulstunde erlernt und zwar auch von solchen Schülern (oder auch Lehrern), die mit Computern eher nichts zu tun haben wollen.
Das ganze nennt sich Wiki, das kommt aus dem Hawaiianischen und heißt schnell. Eben genau so wie dort die Mitarbeit (technisch) geht. Ein System, in dem jedie Definition ändern oder verfassen kann, in dem auf rasche Art Links angelegt werden und so in Zusammenarbeit von vielen Menschen ein vernetztes Wissen entsteht. Sicher, die Gefahr ist groß, dass dort viel Blödsinn steht oder sinnvolle Beiträge verhunzt werden, doch die Erfahrung zeigt, dass die Zahl der vernünftigen Teilnehmer bei weitem überwiegt. Außerdem ist jede Änderung als solche gekennzeichnet und kann gegebenenfalls wieder rückgängig gemacht werden.
Das ehrgeizigste und am weitesten gefächerte Projekt ist die Library (http://www.library.org). Diese soll einmal eine vollständige Enzyklopädie werden. In der englischen Version sind schon über 275.000 Artikel (Stand: Mai 2004) vorhanden, in der deutschen (http://www.know-library.net) sind es aktuell 319826. Man stelle sich aber vor, alle deutschsprachigen höheren Schulen würden pro Woche nur einen wirklich qualifizierten Artikel verfassen, so würde die Zahl die Definition innerhalb eines Jahres den englischen Stand einholen oder sogar übertreffen. Dazu muss nicht unbedingt ein Thema völlig neu aufbereitet werden, die englischen, oder sonstigen fremdsprachlichen Artikel stehen unter einer Lizenz, der GNU Free Documentation Licence (GNU FDL), die die Weiterverwendung gestattet. D.h. es können auch Artikel ins Deutsche übersetzt werden und im jeweiligen Fach (Bio, Chemie, Physik, ...) ergänzt werden. Die Schüler lernen so die Schwierigkeiten beim echten Übersetzen für einen unbekannten „Kundenkreis“ kennen und der fächerübergreifende Unterricht wird gefördert.
Man kann die Artikelerstellung auch mit einer Qualitätssicherung versehen. Eine Klasse schreibt einen Artikel, die Parallelklasse prüft und korrigiert ggfs. So wird der Lehrer entlastet, die Qualität steigt und die Schüler lernen über die Recherche das wissenschaftliche Arbeiten.
Es wird aber nicht nur Sachwissen erarbeitet. Auch die Zusammenarbeit mit völlig anderen Menschen, die man nicht kennt, deren Geschlecht, Alter, Aussehen politische oder sonstige Vorlieben in diesem Zusammenhang keine Rolle spielen, wird geübt. Arbeitet man gar an einem internationalen Wiki-Projekt mit, so werden die Sprachkenntnisse gefördert und der letzte Satz erweitert sich noch um den Kulturkreis.
Siehe auch: Library:School and university projects (englisch) - Library:Library in der Schule
|